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Ironman Roth 2001
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Wie so etwas anfängt...
... ist oft sehr unspektakulär. Ich glaube irgendwo auf der A7 hab ich mal mit
Elke darüber geredet. 2000 hab ich mir schon einmal das Anmeldeformular für den Roth Ironman angeschaut, damals war das definitiv noch zu weit weg, aber im Winter 2000/2001 konnte ich die Grundlagen legen.
Anfang Januar 2001 werden die Kilometerzähler auf Null gestellt, jetzt geht es los. Mitte Januar melde ich mich an, 480DM tun weh, aber so soll es ja sein, auch das kann motivieren. Bei einem Sportmediziner wird noch ein Leistungstest gemacht.
Danach kommen erst ein paar Erkältungen, es könnte besser laufen - aber es ist ja noch Zeit. Im Bamberger Hallenbad reibe ich mir die Nerven an dem quergespannten Seil auf. In Hirschaid gibts sogar eine abgetrennte Sportschwimmerbahn, dass macht mehr Spass.
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Toskana
Mitte März fahren wir dann für zwei Wochen in die Toskana. Zum Leidwesen von Elke strample ich dort 568 km auf dem Rad in einer absolut genialen Landschaft ab. Zuhause wird weiter trainiert, irgendwann kaufe ich mir einen Neopren und teste ihn im nächsten See. Mit 7 bis 17 Stunden reiner Trainingszeit pro Woche falle ich fast jeden Abend müde ins Bett. Am nächsten Tag gehts ja mit Arbeiten ganz normal weiter.
An irgendeinem Himmelfahrtstag fahre ich die Radstrecke in Roth ab, nach einer Runde reicht es mir. Ich bin sehr froh, dass ich diese Strecke kennengelernt habe und kann das Abfahren nur jedem empfehlen.
4 Wochen vorher wird noch ein Kurztriathlon in Kallmünz absolviert, der zeigt mir die Grenzen auf und motiviert nochmals für die letzten Trainingswochen. 2 Wochen vorher ist das letzte grosse Training angesagt, Freitags 3h Laufen und Samstags mit dem Rad von Zeegendorf nach Schwäbisch Gmünd. Die 207km gehen richtig locker. Danach gibts nur noch leichtes Training: mit dem Neo im See, hinterher ein paar Kilometer laufen oder ganz relaxt 60km Radeln.
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Einchecken
Am Samstag den 07.07 fahre ich nach Roth. Bis dahin bin ich 86 km geschwommen, 3502 km geradelt und 720 km gelaufen, ich (und Elke nicht weniger) bin froh, dass das vorbei ist. Der Tag ist brutal heiss. Ich hole meine Startunterlagen ab und schaue mir das Ziel für den nächsten Tag an. Abends checke ich mein Fahrrad ein. Das heisse Wetter ist zu Ende, es schüttet wie aus Kübeln. Während ich mein Fahrrad abstelle, kommen Zweifel auf, wie wird das Wetter morgen werden?
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3,8 km Schwimmen
Wir stehen um 3 Uhr morgens auf, es ist ein fast ganz normaler Tag. Zum Frühstück gibts Zeegendorfer Salzstangen, optimale Kost. Wir fahren nach Roth. Vor Roth nimmt die Dichte der Autos mit einem Fahrrad auf dem Dach zu. Es sind schon total viele Menschen unterwegs. Elke wirft mich mit meinen 2 Beuteln raus, ich laufe die letzten 300m bis zum Kanal, gehe zur Oberarmbeschriftung und lasse mir Zeit.
Um 6:10 starten die Profis, es bleibt Zeit zuzuschauen. Wenn meine Gruppe um 7:25 Uhr startet, sind die Profis schon längst auf dem Rad. Der Neopren wird angezogen. Hektik, wo ist bloss die Badekappe? Ich hatte keine bekommen, oder Sie gleich verloren. Aber es sind noch Ersatzkappen da. Der Neopren klemmt auch noch, jemand hilft mir. Als der Startschuss für meine Gruppe fällt, bin ich noch 20 m von der Startlinie entfernt. Aber auf das soll es nicht ankommen. Ich schwimme in Ruhe los und bin unterwegs zu meinem ersten Ironman. Nach 35min erreiche ich die Wendeboje. Beim Zurückschwimmen sehe ich
Elke nebenhergehen, sie macht Fotos und ich winke ihr zu. Dann wird es kurz ernst, meine Füsse krampfen 200m vor dem Schwimmziel, aber ich kann den Krampf rausstrecken und fast normal weiterschwimmen. Bald ist die Wechselzone erreicht.
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180 km Rad
Im riesigen Umkleidezelt hilft man mir beim Umziehen. Dann schnell das Rad holen, über die Matte und los gehts.
Ich werde von vielen überholt. Das bleibt so während der gesamten ersten Runde, aber ich fahre mein Tempo, stur nach Puls. Ich geniesse das Radfahren, man wird von so vielen Leuten angefeuert. Die Stimmung am Selingstädter Berg und am Solarer Berg ist wie überall beschrieben, einfach absolut super! Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, dort mit dem Rad durchzubrausen. Irgendwann werde ich von den Profis überrundet, die sind schon auf der zweiten Radrunde, während ich noch meine Erste fahre.
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Bei der zweiten Schleife überhole ich wieder mehr Leute. Es läuft ganz gut, die Zeit vergeht schnell. Die Versorgungspunkte kommen oft, es ist genug zum Essen und Trinken da. Nach dem dritten Mal durch die Biermeile biege ich dann nach Roth ab, es wartet der Abschluss - ein Marathon.
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In Roth sehe ich Elke kurz vor der Wechselzone wieder. Viele Räder sind dort schon abgestellt. Das Umziehen klappt und schon trabe ich los. Draussen rufen Leute meinen Namen. Als ich mit dem Laufen beginne, geht die Strecke ganz nah am Stadion vorbei. Die ersten sind schon am Ziel und werden gefeiert. Kurz danach werde ich nochmals von Elke angefeuert. Dann gehts zum Kanal. Mir kommen die ersten Frauen entgegen, auch Sie sind bald im Ziel.
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42,2 km Laufen
Bis zum Kanal läuft es ganz gut. Ich sehe andere Teilnehmer am anderen Ufer laufen. Es geht immer den Kanal entlang. An den Km-Zeiten sehe ich, dass ich immer langsamer werde. Für km 9 brauche ich schon über 7 min. Die Zeiten werden immer schlechter, ständig korrigiere ich meine Ankunftszeit nach hinten. Irgendwann erreiche ich den Wendepunkt, danach die Halbmarathonmarke. Richtig schlimm wird es, als ich Richtung Lände laufe. An der Lände (km 26) gehe ich sogar ein Stück. Ich bin froh, dass Elke nicht da ist. Ich glaube, ich hätte es sonst sein lassen und wäre so nach Roth gelaufen.
Immer den Kanal entlang. Am letzten Wendepunkt (km 32) riecht es nach Pizza, ein Stück davon jetzt wäre nicht schlecht. Irgendjemand spricht mich an,
wir kommen ins Gespräch. Endlich werde ich abgelenkt, endlich denkt der Kopf nicht mehr über Zeit, Tempo, Restzeit oder Gesamtzeit nach. Das tut gut, die Kilometer gehen dahin und das Ziel kommt näher. Vor der Lände bin ich wieder hergestellt und laufe die letzten Kilometer nach Roth.
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Im Ziel
Vor Roth gehts die letzte Steigung hoch. Ich fühle mich gut und kann noch eine andere Läuferin anfeuern. Dann kommt der letzte Kilometer. Immer mehr Zuschauer säumen den Weg. Es geht um die letzte Kurve und über das Bahngleis in das Menschenspalier, das in das Ziel führt. Ich geniesse jeden Meter und weiss, dass dies der Lohn für all das Training ist. Auch wenn ich wieder schnell laufe, der Zieleinlauf kommt mir wie in Zeitlupe vor. Durch das Zieltor durch - geschafft. Ein nettes Mädel hängt mir eine Medaille um. Hinten sehe ich Elke stehen und freue mich. 12:56:39 h hats gedauert und mit meiner Schätzung von 12:30 lag ich nicht ganz schlecht.
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Danach...
... gehts erstmal unter die Dusche. Im Zelt gibt es Kuchen statt Powergel und Massage. Elke wartet draussen auf mich. Wir holen das Fahrrad ab und fahren nach Zeegendorf. Am nächsten Tag habe ich Urlaub und nehme am Altherrenschwimmen im Thermalbad in Bayreuth teil. Mein Hunger an dem Tag ist phänomenal. Bald ist der Muskelkater weg. 14 Tage später mache ich beim Radmarathon in Heiligenstadt mit, dort merke ich schon noch, dass da etwas war.
Jetzt ist das alles schon über ein Jahr her. Ich wollte schon längst diesen Bericht schreiben, aber danach hatten wir keine Zeit und in Australien war kein Rechner dabei (gut so). Ich hoffe, dass ich mit diesem Bericht motivieren kann. Jeder kann es so etwas machen,
man muss nur wollen. Und es ist egal, ob es Ironman oder Challenge heisst. Jeder, der mitmacht hat meinen grössten Respekt.
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| Tip |
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Hier ein gutes Beispiel für ein Trainingstagebuch.
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| Buchtip: |
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Ironman - Das 8-Stunden-Triathlon-Programm
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Eine Pflichtlektüre für jeden, der einen Ironman mitmachen will.
von: Ole Petersen
Preis: 8.70 Euro
Edition:1998
ISBN: 3-499-19471-6 |
| For P(e)ace: |
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